Unwetterschäden – Wer zahlt?

In den letzten Wochen waren heftige Wetterlagen dafür verantwortlich, dass insbesondere im Süden von Deutschland chaotische Zustände herrschten. Vieler­orts sind beträcht­liche Schäden durch Über­schwemmungen, Starkregen, umge­stürzte Bäume und verwehte Gegen­stände entstanden. FinanceFox sagt Ihnen, welche Versicherung welche Schäden übernimmt. Wie hoch der finanzielle Schaden der letzten Tage insgesamt ist, bleibt noch unklar. Es dürfte sich aber um eine sehr hohe Summe handeln.

Ab einer Windstärke von 8 spricht man von einem Sturm. Ab dann tritt auch die Wohngebäudeversicherung ein, sofern es Schäden durch Sturm und Hagel gibt. “Natürlich müssen diese explizit auch mit in der Police aufgenommen sein” berät Robert Cieslewicz von FinanceFox. “Man muss natürlich die Windstärke nicht selber messen. Es reicht vollkommen aus, wenn eine Wetterstation die Sturmstärken in der Gegend gemessen hat. Das Ober­landes­gericht Karls­ruhe (Az. 12 U 251/04) hat dies vor einiger Zeit bestätigt”, fügt er hinzu. Dann würde der Versicherer die Kosten für abgedeckte Dächer, umgestürzte Schornsteine oder aber auch Schäden am Haus wie etwa durch entwurzelte Bäume ersetzen. Neben­gebäude, wie Garten­haus oder Garage, auf dem gleichen Grund­stück sind ebenfalls versichert, wenn sie in der Police vermerkt sind. Wenn aber Starkregen trotz einer Rück­stau­sicherung einen Rück­stau in der Kanalisation verursacht und den Keller über­flutet, hilft nur eine Elementarschaden-Zusatz­versicherung weiter. Sie wird als Ergän­zung zur Gebäude­versicherung und zur Hausrat­versicherung angeboten. Leider bekommen Haus­besitzer, die in den vergangenen fünf oder zehn Jahren einen solchen Schaden hatten, oft keinen Vertrag.

Tipp: Beim FoxCheck haben wir besonders empfehlens­werte Tarife vorbereitet, mit denen sich Haus­eigentümer schützen können. Für viele Versicherte lohnt sich ein Wechsel, denn die Unterschiede zwischen den einzelnen Tarifen sind enorm. Einfach kostenlos am Telefon beraten lassen.

Wichtig: Sollte etwas passieren, muss sich natürlich der Hausbesitzer darum kümmern. Denn Ihn trifft die sogenannte Schadenminderungspflicht. Ein Beispiel aus der Praxis wäre, dass er ein Loch im Dach durch heruntergewehte Ziegel mit einer Plane abdecken muss, damit nicht noch mehr Regenwasser eindringt.

Sonderfall Rohbauten

Hier haben wir besonders gefährdete Objekte. Das betrifft nicht nur halbfertige Mauern oder Gerüste. Auch Baumaterialien, welche durch einen Sturm beschädigt werden können, sind gefährdet. “Daher empfehle ich Bauherren die klassische Bauleistungsversicherung”, führt Robert Cieslewicz auf. “Dabei sind nämlich zerstörte Bauteile oder -stoffe sowie auch die Handwerkerleistungen mit inbegriffen, um den Zustand vor dem Sturm wiederherzustellen.“

Wenn das Wohnzimmer zum Aquarium wird

Sollte es mal durch eine Überflutung zu einem See im eigenen Wohnzimmer kommen, so kann man die meisten seiner Habschaften nur noch entsorgen. Teppiche, Möbel oder Elektronik-Geräte sind dann meist nicht viel mehr wert, als Schrott. Die Hausratversicherung greift hier ein. Jedoch muss der Versicherte auch sicherstellen, dass die Fenster geschlossen waren, sonst gibt es kein Geld. Ebenso sind Sachen, welche sich außerhalb des Hauses befinden, nicht mitversichert. Das trifft beispielsweise auf Fahrräder, Kinderwägen oder auch Gartenmöbel zu. Gegen­stände, die auf einer offenen Terrasse stehen, sind nicht durch die Hausrats­versicherung geschützt (Amts­gericht München, Az. 251 C 19971/06). Lediglich Markisen und Antennen, die zur Wohnung des Versicherungs­nehmers gehören, sind mit versichert.

Schäden an Fahrzeugen

Bei Sturmschäden am eigenen Auto greift je nach Vorfall auch die Teilkaskoversicherung ein. Hier wird aber, wie schon zuvor erwähnt, die Windstärke von mindestens 8 vorausgesetzt. Bei einer Vollkaskoversicherung wiederum werden Schäden unter Windstärke 8 auch mitversichert. Der Versicherer ersetzt bei Teil- wie Voll­kasko auch Schäden durch herum­fliegende Gegen­stände, wie Ziegel oder Äste. Unfälle während eines Sturms werden aber nur von einer Vollkaskoversicherung übernommen. ”Bei Voll- und Teilkasko­versicherung müssen Betroffene jedoch Schäden bis zu der gewählten Höhe ihrer Selbst­beteiligung selbst tragen. Zurück­gestuft werden Geschädigte aber nur nach selbst verschuldeten Schäden. Daher unser Tipp: In der App kann man günstige Tarife anfordern und beim FoxCheck mit dem Berater persönlich durchgehen.

Haftpflichtversicherung

Als Schutz vor einem Sturm darf selbstverständlich die klassische Haftpflichtversicherung  nicht fehlen! Denn auch Mieter riskieren dabei einiges, wenn sie keine haben. Ein trauriges Beispiel wäre, dass Haushaltsgegenstände durch einen Sturm Passanten verletzten könnten. Sollte der Fußgänger dabei einen lebenslangen Schaden erleiden, führt das in der Regel zum finanziellen Ruin, denn dem Geschädigten steht Schaden­ersatz zu. Die Haft­pflicht­versicherung greift auch, wenn Dachziegel Beispielsweise auf ein geparktes Auto fallen und der Besitzer Schaden­ersatz verlangt. Zumindest einem „normalen“ Sturm muss ein ordentlich gewartetes Dach standhalten (Land­gericht Koblenz, Az. 13 S 16/06). Schließlich sollte am Ende keiner für die Launen der Natur haften.

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